So langsam neigt sich 2020 dem Ende zu. Ein wirklich sehr spezielles Jahr und daher für mich der Start einer 4-teiligen Artikelreihe zu diesem Jahr und allem, was dort passiert ist, oder eben nicht…

In etwa so sollte der neue Blog starten und ich wollte ausholen, wie unbedarft und locker der Jahreswechsel und das Trainingslager waren.

Zwei Wochen lang saßen wir im Trainingslager im Las Playitas nach getaner Arbeit zusammen und haben über die Wettkämpfe und Vorbereitungen 2020 gesprochen. Viel wurde diskutiert, viele Erfahrungen, Meinungen und Hinweise ausgetauscht.

Schon auf dem Rückweg am Flughafen holte uns die Realität ein:

  • Hygienekonzepte
  • Ausfälle von Flügen, Transfers und Bodenpersonal

Daheim angekommen: Lockdown..

Hätte jemand danach noch im Dezember 2019 gefragt, hätte wohl kaum jemand sagen können, was dies bedeutet.

Als ich mir Ende Oktober die Gedanken zu diesem Blog gemacht hatte, sollte es ein Rückblick werden. Doch jetzt, Anfang November stecken wir wieder in einem Lockdown.

Bevor hier ein medizinisches oder politisches Für-und-Wieder entsteht, was ist in diesem Jahr mit den Sportlern (nicht nur Triathleten) und Trainern passiert.

Was war also, bezogen auf die Triathlon-Saison, Mitte März 2020 passiert:

Schwimmbäder und Fitness-Studios schließen, Training wie gewohnt musste anders erfolgen. Aber hey, es war Ende März und die Sonne schien. Nicht so das Thema auf Freiwasser und die guten, alten Trimm-Dich Pfade wurden gut besucht.

Zeitgleich kamen aber auch die ersten Wettkampf-Absagen. Wie steht man nun da, wenn mir als Sportler mein A-Wettkampf ausfällt? Zunächst mal ist dies ein Thema für den Kopf. Mache ich noch einen anderen Wettkampf und heben ihn auf den Level A-Wettkampf?

Finde ich so einen Wettkampf? Bin ich noch weiter motiviert? Gibt es bei der Alternative ein Absagerisiko? Kollidiert der Wettkampfplan mit anderen Plänen für das Jahr?

Eine lange Liste an Fragen und Unsicherheiten.

In der Zeit der ersten Absagen habe ich mit Athleten gesprochen und oft gehört: „Den Sport mache ich ja gerne, ich mache mal so weiter…“.

Doch genau hier liegt das Problem und wir springen mit dem Thema mal kurz auf das Gebiet des Mentaltrainings.

Kurzer Hinweis für alle, die sich damit noch nicht so sehr beschäftigt haben: Es hilft und das nicht nur, wenn man ein „Problem“ hat.

Zurück zum Athleten:

Da standen also die Athleten, einen super Grundlagenblock inklusive Trainingslager in den Beinen, die Form wurde täglich besser, alle verletzungsfrei und freuten sich auf ihren A-Wettkampf 2020.

Mit einem Mal fällt der Tag aus, für den jeder Trainierende seine Zeit und Energie opfert, die Familie eventuell auch verzichten muss. Die Motivation ist gleich null. Es gibt kein Ziel (sportlich gesehen) mehr für dieses Jahr. Im ersten Moment fühlt es sich so hart an.

Danach die Suche nach freien Startplätzen bei einem anderen Wettkampf.

Kurzum: extrem viel Unsicherheit, viel Frust mit dem umgegangen werden muss.

So sehr sich die Positionen von Athleten und Trainern oft unterscheiden, hier gab es nur einen gemeinsamen Ausweg.

In vielen Telefonaten zwischen Athleten und Trainer wurde gemeinsam über das aktuelle Befinden gesprochen, welche Wettkämpfe auch spannend und reizvoll sein könnten. Es wurde über Umgangswege gesprochen, wie mit einer drohenden, erneuten Absage umgegangen werden könnte.

Im nächsten Blog schreibe ich euch gerne etwas über die Methoden, wie hier eine Wettkampfalternative gefunden werden kann.

Nach den Telefonaten wurden folgende Punkte ganz klar:

  • Kommunikation ist unglaublich wichtig. Immer.
  • Training ohne Ziel ist „Einfach was Sport machen“
  • Ohne ein sportliches Ziel fehlt die Motivation und die harten Einheiten sind doch mehr Couchtraining

Es war in der Zeit so spannend zu sehen, um wieviel vielfältiger die Aufgaben eines Trainers sind, als „nur Zahlen und Einheiten aufschreiben“. Genauso schön war es zu sehen, dass mit einem neuen Ziel vor Augen die Athleten wieder für etwas brannten und mit Fleiß und Disziplin an die Einheiten gingen.

Noch viel mehr: in einer Zeit über viele Wochen mit sehr viel Unsicherheiten (Gesundheit, Beruf, soziale Kontakte,  ..), war es oft der wöchentliche Trainingsplan, der etwas Struktur brachte und damit den Alltag stabilisierte.

Nun sind wir erneut im Lockdown und ich hoffe, dass ihr alle gesund bleibt, gut auf euch und eure Lieben achtet.

Bis bald,
Andi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.